Spielbericht Eschweger TSV - MSG Großenlüder/Hainzell 30:25 (13:13)

18 Paraden: Brici hält überragend

Fragen und Antworten zum Überraschungserfolg des Eschweger TSV in der Handball-Landesliga

Laurian Brici wirkt unsicher, scheint sich unwohl in seiner Rolle zu fühlen. Aber das liegt nur daran, dass dem Torwart des Handball-Landesligisten Eschweger TSV von seinen Mitspielern eine ganz besondere Rolle verliehen wird: die des Spieler des Spiels. Die Eschweger Akteure tanzen im Kreis um den rumänischen Schlussmann herum, der wiederum ganz verlegen auf den Boden schaut. Ganz anders seine Leistung während der 60 Minuten, in denen er voller Selbstvertrauen eine Partie der Extraklasse ablieferte und sein Team zur Überraschung führte.
Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum 30:25 (13:13)-Sieg des ETSV gegen die MSG Großenlüder/Hainzell.

  • Warum war Laurian Brici der Mann des Spiels?

Trainer Liviu Pavel schwärmt: „Laurian hat sein bestes Spiel im Trikot des ETSV gemacht, eine Klasseleistung.“ Recht hat der Coach. Denn Brici zeigte gegen die MSG – immerhin der Tabellenvierte und mit 8:2 Punkten einer der Titelkandidaten – eine tadellose Leistung. Mit 18 Paraden avancierte der Rumäne zum Schrecken der Gäste, der nicht nur zahlreiche Glanzparaden zeigte, sondern sein Team in der ersten Halbzeit im Spiel hielt und im zweiten Durchgang sogar auf die Siegerstraße führte. Es war ein Wahnsinnsspiel des Torwarts.

  • Wann hat sich der Keeper besonders in Szene gesetzt?

Die Frage ist eher: Wann hat sich Brici nicht in Szene gesetzt? Denn von Beginn an präsentierte er sich in Topform, parierte beispielsweise die ersten beiden Würfe der Gäste. Und er blieb bis zu seiner letzten Tat hoch konzentriert und kaum zu überwinden. Ganz wichtig waren seine Paraden in der Schwächephase seines Teams zwischen der 7. und 15. Minute. Und als er mit seiner zweiten Glanztat innerhalb weniger Augenblicke zur 27. Minute auch einen Siebenmeter mit einem glänzenden Reflex abwehrte, sicherte er neben dem 12:12 auch die grandiose Atmosphäre in der Halle – die Fans glaubten an den Sieg.

  • War der Eschweger Sieg denn verdient?

Ja, weil der ETSV eine kämpferisch ganz starke Vorstellung zeigte und zahlreiche Rückschläge verkraftete. So vor allem in der ersten Halbzeit, als eine 4:2-Führung der Hausherren von den Gästen zum 4:6 (15.) umgebogen und wenig später auch trotz der ersten Drei-Tore-Führung des Tabellenvierten (19./6:9) das Spiel nicht aus der Hand gegeben wurde.
Stattdessen wurden sich in der Offensive stets gute Wurfpositionen erarbeitet, während in der Defensive erst im Laufe der zweiten Halbzeit die zu leichten Gegentreffer abgestellt wurden.
Doch die individuelle Fehlerquote blieb verhältnismäßig gering, weshalb das Pavel-Team auf konstant gutem Niveau spielte. Der Heimerfolg wurde nach 51 Minuten greifbar, als Brici seine 14. Parade zeigte, Pascal Gebhardt und Tomislav Zidar trafen und der ETSV erstmals auf vier Tore zum 25:21 davonzog. Der Trainer sagte nach der Partie: „Einfach geil, Kompliment an die Jungs.“

  • Aber hätte das Spiel auch anders ausgehen können?

Ganz klar, ja. Und der ETSV verdankt es neben seinem Schlussmann vor allem einigen nicht ganz durchdachten Angriffen der Gäste, dass die sieben torlosen Minuten zwischen der achten und der 15. nur mit vier Gegentoren bestraft wurden. In dieser Phase vergaben Philipp Haaß und Niklas Vaupel je zweimal, auch Marian Clipea und Tomislav Zidar trafen nicht ins Tor. Glück, dass die sonst so starken Gäste um die Dimmerling-Brüder diese Schwächephase nicht auszunutzen wussten und sich nur auf 6:4 absetzten. An anderen Tagen hätten sie die Partie wohl vorentschieden. In der zweiten Hälfte blieb der Gast nur am Leben, weil die ETSV-Defensive mehrfach zu unaufmerksam war, schwach verteidigte. Als sich das änderte, fand die MSG kein Mittel mehr.

Statistik:

Spielfilm: 1:0 (1.), 3:2 (7.), 4:3 (10.), 4:6 (15.), 7:9 (20.), 11:12 (26.), 13:13 (30.) - 14:13 (31.), 15:16 (35.), 20:19 (41.), 22:21 (45.), 24:21 (50.), 27:24 (55.), 30:25 (60.).

Für den Eschweger TSV spielten: Brici, Kirchner - Spannknebel 4, Clipea 8/4. Meyer, Gebhardt 1, Beyer, Guthardt 5, Haaß 4, Zidar 5/1, Stephan 1, Vaupel 2, Regenbogen.

MSG Großenlüder/Hainzell mit: Weber, Decher - Martin, Schmitt 4, L. Münker 2, J. Münker, B. Dimmerling 2/1, S. Münker 7/2, Malolepszy 3, L. Dimmerling 5, Blinzler 2, H. Dimmerling.

Strafwürfe: 5/5 - 3/6, Zeitstrafen: 8 Minuten - 4 Minuten, Schiedsrichter: Paschenko/Paschenko (TG Wehlheiden)

Spielbericht u. Foto: Nico Beck, Werra-Rundschau; Statistik: Benjamin Brill

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